Saturday, 3 April 2010

Als die Welt hört auf zu atmen


Carole Stolz

Für Karfreitag 2010
1.
Ich erzähle eine Geschichte wahrhaftig und wahr
Eine Woche nach dem Einzug in Jerusalem es war.
Als wir gingen zum Garten, zu beten und warten.
Ich konnte nicht ahnen, dass der Herr wird verraten.

Judas kam geschlichen und gab Jesus zum Gruß
- wie üblich für uns, auf die Wange einen Kuss

(Sei es dass er immer in der Hölle verbrennt
Keine Gnade, keine Liebe nur ewig getrennt
von unserem Freund, den er durch und durch kannte
wusste er schon lang, er war Gottes-Verwandter.)

Der Kuss war ein Zeichen, ein übler Verrat
wie eine Einladung, die Soldaten er bat
unseren Jesus zu nehmen vor Gericht zu Pilatus
zu prüfen seine Sünde, Schuld und (seinen) Status.

Zuerst war ich wütend und zog schnell mein Schwert,
ab war sein Ohr, ein Soldat versehrt
Aber Jesus war gnädig – und heilte ihn sofort
Machten kehrt Marsch und verliessen den Ort.

2.
Am Feuer im Hof, vor dem Hohepriester Palast
Eine Dienerin bemerkte zu meiner Last
Dass ich Jesus kannte, dass man mich oft bei ihn fand
aber ich hab’s verneint zu meiner ewigen Schand’.
Noch zweimal wurde es wieder gesagt.
Für mein erneutes nein werd’ ich seitdem geplagt
Jesus blickte herüber als man löschte die Kerzen
Sein Blick riß ein Loch wie ein Messer im Herzen
Sofort krähte der Hahn sowie vorher gesagt
Und ich erkannte meine Sünde, ich hatte versagt

Pilatus er mochte die Entwicklung nicht
und sagte, dass Jesus gehört nicht vor Gericht“
Die anwesende Menge sie war voller Wut
Soll Jesus oder Barabas bezahlen mit seinem Blut?
Kein Wort sprach er aus zum eigenen Schutz
Die Gelehrten befleckten seinen’ Charakter mit Schmutz
Er leise erduldet die Schande und Lügen
sie lachten und spotteten, der „König der Juden“

Da war keine Befreiung, kein Weg aus der Not
Mit einer Peitsche mit Haken sie schlugen ihn halb tot
Und weil er gepeinigt und schwach war und matt
Konnte er kaum hinauf laufen zum Berg vor der Stadt

3.
Mit einem Kreuz auf dem Rücken und Dornenkranz auf dem Haupt
Keine Gnade des Henkers war ihm noch erlaubt.
Sie hämmerten die Nägel durch seine vollkommenen Hände
Sein einziger Trost, dass in Sicht war das Ende
Und als er dort hing zwischen den zwei Dieben
Gab es keine Ende seiner unendlichen Liebe

Der eine, der lebte aus Hass und aus Zorn
Am Kreuz erkannte er Jesus als Gottes Sohn
Er sah dass die Strafe war seine Belohnung
Aber Jesus versprach Ihm eine himmlische Wohnung

Als er blickte auf die Römer die Würfel sie warfen
Er sagte „Vater vergib Ihnen“ und bitte nicht strafen.

Und als quälte seinen Körper noch einmal der Schmerz
Er schrie zu seinem Vater als die Trennung brach sein Herz
„Vater ich befehle meinen Geist in deine Hände!“
Und Chaos brach aus in Städten und allen Ländern.
Und die Welt hörte auf zu atmen, als man Jesus legte ins Grab
Ja die Welt hörte auf zu atmen in dem Moment in dem Jesus starb

4
Als mächtig bebte die Erde und die Sterne stoppten ihr Funkeln
Drei Stunden lang war Finsternis, ja alles war stockdunkel
Und der Vorhang im Tempel war gerissen in zwei
Und Jesus er war tot und blieb so bis Tag drei!

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